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Deutschland will keine Reparationen an Hinterbliebene des Völkermords an den Herero und Nama zahlen – die Geschichte aufarbeiten will es auch nicht. Und nun? 👉️ taz.de/!6221806/

In „Südwestafrika“ errichtete das deutsche Kaiserreich Konzentrationslager, um den Widerstand der enteigneten Herero und Nama zu brechen. Viele starben dort an Hunger, Krankheiten und Misshandlungen. Bis 1908 wurden schätzungsweise 100.000 Menschen getötet.

Im Bundestag drückt sich die Bundesregierung derzeit vor einer Entschädigung der Hinterbliebenen. Sie erkennt eine historische und moralische Verantwortung an, sieht darin aber keine Grundlage für einen Rechtsanspruch auf Reparationen.

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Stattdessen verweist sie auf 1,1 Milliarden Euro Entwicklungshilfe innerhalb von 30 Jahren. Zwei Monate Tankrabatt kosteten die Bundesrepublik 1,6 Milliarden Euro.

Auch die Deutsche Bank war an der Gründung der Deutschen Kolonialgesellschaft für Südwestafrika beteiligt. In ihrer 262-seitigen Chronik steht jedoch kein Wort zur Kolonialzeit. Dabei hat sie ein eigenes historisches Institut und ihre Rolle im Nationalsozialismus untersuchen lassen.

Vieles an der aktuellen Bundestagsdebatte erinnert an die Verdrängung der deutschen Kolonialzeit und ihre Nachwirkungen. Noch immer gehören etwa 70 Prozent des kommerziellen Agrarlandes in Namibia Nachkommen weißer Siedler.

Die rassistische Ideologie, die Ausbeutung und Vernichtung afrikanischer Menschen rechtfertigen sollte, bleibt auch wegen der fehlenden Aufarbeitung ein Nährboden für rechte Narrative.